System Test und Launch Support aus Lampoldshausen
Ein breites Spektrum an Dienstleistungen rund um die Antriebssysteme von Satelliten und Trägerraketen ergänzt die Tätigkeiten in Entwicklung und Produktion in Lampoldshausen. Das Support-Team beherrscht Ausrüstung, Installation und Management chemischer und elektrischer Antriebssysteme: die Technik der Heißlaufprüfstände, die Bereitstellung von Bodensupport und Treibstoffen. Zum Leistungsprogramm zählen die Sicherheitsüberprüfung von Startplätzen sowie die Betankung von Satelliten und Raumfahrzeugen und der Oberstufen von Trägerraketen.
„Die hohen Präzisionsanforderungen im Umgang mit Raketentreibstoffen sind für mich als QM-Spezialisten genau das Richtige“, kommentiert Wirtschaftsingenieur Robert Dittrich. Von Juni 2024 bis zum Jahresende 2025 war er über ep als stellvertretender Treibstoffpoolmanager im Einsatz in Lampoldshausen.
Zu seinen Aufgaben zählte die interne Steuerung von Kundenprojekten, insbesondere die Abstimmung von Treibstoffanforderungen und -lieferungen für Satelliten. „Manche Satelliten haben nur Kartongröße, andere sind so groß wie Auflieger,“ so Robert Dittrich. Der meiste Treibstoff fließt in den Betrieb ihrer Lage- und Kontrollsysteme, „die perfekte Ausrichtung im Weltraum ist für ihre Mission unerlässlich.“ Der Bedarf variiert größenabhängig von wenigen Kilogramm bis über zwei Tonnen.
Zum Management der Treibstoffe gehörte auch die Planung, Beauftragung und Koordination aller Aufgaben im Bereich des Behältermanagements. Ihr ordnungsgemäßer Zustand ist die Voraussetzung für gefahrfreie Transporte: Ihre Beschaffenheit ist vom Team ständig zu kontrollieren, nach dem Entleeren werden die Behälter für die nächste Abfüllung aufwendig wiederaufbereitet. Robert Dittrich übernahm hier verantwortliche Kontrollfunktionen. Zu seinen Aufgaben zählten auch das Festlegen des jährlichen Instandhaltungsbudgets, die Überwachung des Mitteleinsatzes und – in enger Zusammenarbeit mit dem Controlling – Quartalsberichte an die Standortleitung.
Regelmäßig kommt der TÜV aufs Gelände, die Prüfungen gelten technischen Einrichtungen, etwa der Dichtigkeit, Mindestwanddicke, Druckbeständigkeit und der Stärke der Schweißnähte von Behältern, der Einhaltung festgelegter Prozesse durchs Team. Auch die Koordination mit externen Stellen wie TÜV, BAM und Instituten sowie die Begleitung von Audits standen auf dem Plan, Robert Dittrich konnte seine QM-Erfahrungen hier perfekt einbringen. Mit seinem Übertritt zu Ariane-Group übernahm er im Januar 2026 neue Aufgaben. „Für mich ist das alles hier Zukunft zum Anfassen – es ist klasse, dass ich ArianeGroup über ep von innen kennenlernen konnte!“
Lorena Stastny Stoyanov
„Dass ich mal so nah am Weltraum sein würde, hab ich mir während meines Raumfahrttechnikstudiums nicht vorstellen können“, schwärmt ep Testingenieurin Lorena Stastny Stoyanov. „Es ist einfach faszinierend!“ Seit April 2024 ist sie für ep im Team von Michael Bock bei ArianeGroup in Lampoldshausen im Einsatz. Als Kampagnenmanagerin trägt sie dort zum sicheren Betanken von Raumfahrzeugen, insbesondere Satelliten, bei. Und ob Test- oder Launch-Kampagnen, Simulationsbetankung oder „real life“ – jedes Projekt beginnt lange im Voraus mit präziser Vorbereitung. Den Tests in aller Welt geht in der Regel eine Schiffspassage voraus: Treibstoff, Testund
Betankungsequipment sind in je zwei Seecontainern von Lampoldshausen zu den Startplätzen einige Monate unterwegs. Bis alles wieder zurückkommt, vergeht teilweise ein Jahr.
Lorena Stastny Stoyanov arbeitet je nach Kampagne mit einem zwei- bis achtköpfigen Team. Vieles ist zu tun: Kampagne und Testprozeduren konzipieren, Equipment kalibrieren, Treibstoff organisieren, Reise und Transport planen, Abstimmung mit dem Kunden, medizinische Untersuchungen.
Meist stehen vielfältige Tests an: Systemtests und elektrische Tests der Teile, Leckagetests mit Helium von System und Satellit, zudem Funktionstests. Drucksensoren werden kalibriert und verifiziert, Subsysteme und Ventile getestet. Die Ventile übernehmen
als Barriere zwischen System und Umgebung eine zentrale Rolle. Zum Testen an sich kommt eine aufwendige Dokumentation – meist über mehrere hundert Seiten. Während des Betankens – häufig in Anwesenheit des Kunden – tragen Lorena Stastny Stoyanov und ihre Kollegen ATEX-zertifizierte Vollschutzanzüge mit Sauerstoffversorgung. Bei den Tanks handelt es sich um PMD-, Blasen- oder Membrantanks. Als Treibstoff in Raumfahrzeugen dient meist Hydrazin – hochgiftig und im Umgang anspruchsvoll. Im Falle von Simulationsbetankungen kommt z. B. Wasser, IPA oder SV55 zum Einsatz, von der Dichte und vom Verhalten her den später verwendeten Treibstoffen ähnlich. Den Tests folgen umfangreiche Auswertungstätigkeiten. Lorena Stastny Stoyanov war schon zu Kampagnen in Florida, in Tel Aviv, Ankara, Korea, Japan, Indien und natürlich in Europa. „Zu all der Technik kommt der Kontakt mit Kunden aus verschiedenen Ländern und Kulturen“, meint sie. „Mehr Vielfalt geht nicht!“
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